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Vorschlag zur Revision der Calpionellen Zonen- und Subzonengliederung

Joachim BLAU & Beate GRÜN

Postbox E-Mail: joachim.blau@geolo.uni-giessen.de
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Zusammenfassung

Calpionellen sind hervorragende Leitfossilien und insbesondere in hochpelagischen Sedimenten des ehemaligen Tethysraumes wichtig, da diese oftmals unterhalb der ACD abgesetzt wurden und dementsprechend keine Ammoniten führen. Durch ihr Vorkommen von der Tethys über Kuba bis nach Mexico (vgl. POP, 1994b) erlauben sie darüberhinaus die kontinentweite biochronologische Korrelation von Sedimentgesteinen. Wirkliche Endemismen sind bislang nicht bekannt.
Eine von allen Bearbeitern der Calpionellen akzeptierte biostratigraphische Gliederung sowohl auf Zonen- als auch auf Subzonenniveau ist bislang allerdings nicht etabliert. Während der 2. Planktonkonferenz in Rom (ALLEMANN et al., 1971) einigten sich die damaligen Calpionellenbearbeiter auf eine Zonierung (von unten nach oben) in: Crassicollaria-, Calpionella-, Calpionellopsis-, und Calpionellites-Zone. Anläßlich des Sümeg- Treffens wurde dann die Crassicollaria-Zone in die Remanei- und Intermedia-Subzone und die Calpionellopsis- Zone in Simplex- und Oblonga-Subzone untergliedert (REMANE et al., 1986). In der Folge wurden weitere - teils abweichende - Vorschläge zu dieser biostratigraphischen Gliederung gemacht (Zusammenfassung: POP, 1994b; GRÜN & BLAU, 1997). Daneben blieb aber auch bis heute das von REMANE (1963, 1964) für den Vocontischen Trog erarbeitete Schema der Zonen A-E in Gebrauch.
Nachdem bis in die achtziger Jahre die Taxonomie der Calpionellidae mehr oder weniger "stabil" wahr, hat die Untersuchung besonders der Gattung Remaniella zur Aufstellung neuer Taxa sowohl in Form von Gattungen als auch von Arten geführt (POP, 1986, 1994a, 1996; GRÜN & BLAU, 1996). Basierend auf diesen Arbeiten, aufgrund neuer Befunde aus einem Profil von Ra Stua (Italien, Prov. Belluno: GRÜN & BLAU, 1996, 1997) und der Auswertung von Literaturdaten wird eine revidierte biostratigraphische Zonen- und Subzonengliederung der Calpionellidae BONET, 1956 zur Diskussion gestellt. Vom Mitteltithon bis zum (?) Frühen Valangin können sechs Calpionellenzonen, untergliedert in 19 Subzonen, ausgehalten werden (Abb. 1). Die Einheiten werden mit den mediterranen Ammoniten-Zonen und Subzonen, den REMANE-Zonen, sowie mit der absoluten Zeitskala korreliert (Abb. 1). Die Basis-Daten sind BULOT (1996), GEYSSANT & ENAY (1991), GRADSTEIN & OGG (1996) sowie ZAKHAROV et al. (1996) entnommen. Bei der Korrelation handelt es sich um einen graphischen Ansatz, d.h. die Calpionellen-Subzonen wurden als chronostratigraphische Einheiten gleicher Dauer in das Gerüst der Basisdaten eingefügt. Wo dies möglich ist, wurde die Basis einer Subzone an das Ersteinsetzen (FO) eines Taxons gelegt.

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