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Lehrveranstaltungen an der Universität Gießen im Sommersemester 2017

 

Seminar „Angeschlagene“ Thesen und Flugblätter der Reformationszeit
Module „Literatur in institutionellen Kontexten“ / „Literatur – Kultur – Medien“
SLK Ger Lit/Spr BA, GuK Ger Lit/Spr BA, L2,3,5 (3. Sj); SLK Ger Lit MA (1. Sj)

 

Mo 10–12

Raum: B 128

Beginn: 24.04.2017

Unabhängig davon, ob Luther seine 95 Thesen am 31.10.1517 wirklich in an die Türe der Wittenberger Schlosskirche nagelte oder sie eher veröffentlichte, markiert dieser Akt auf jeden Fall nicht nur den seit 1617 gefeierten Beginn der Reformation, sondern auch den Siegeszug einer neuen Literaturform – die es freilich schon vorher gab, die aber jetzt ihre Wirksamkeit voll entfaltete: die Flugschrift. Im Seminar werden, ausgehend von den Thesen Luthers, die verschieden Arten von Einblattdrucken, Flugblättern und Flugschriften untersucht. Dabei richtet sich der Blick v.a. auf das Verhältnis von Text und Bild bzw. Layout. Gefragt wird nach der rhetorischen und bildlichen Mitteln der Persuasion und nach dem Gebrauchskontext dieser Drucke. Dabei werden neben Flugblättern, die die Reformation propagieren, auch gegenreformatorische und politische Flugblätter analysiert.

Qualifikation: LS: Kurzreferat und Hausarbeit; TN: Kurzreferat. 

 

Projektseminar: Szenische Interpretation: Simon Lemnius, „Monachopornomachia“
Modul „Literarische Bildung und kulturelle Praxis“, SLK/GuK Ger Lit BA, Sj 2, WPV
Modul „Kulturelle Praxis“, SLK DL, Ma, Sj 1, WPV
Hörer aller Fachbereiche, WV

Mo 14–18

Rathenaustraße 8,
Raum 303

Beginn: 24.4.2017
Ende: 25.6.2017

 

Das Institut für Germanistik beteiligt sich mit verschiedenen Aktionen am Reformationsjubiläum 2017 – unter anderem mit zwei Aufführungen von Theaterstücken aus dem 16./17. Jh., welche die Reformation zum Thema haben und die konfessionelle Polemik der protestantischen und katholischen Literatur der Zeit klar vor Augen stellen. Im Sommersemester wird die die lateinische Komödie Monachopornomachia („Mönchshurenkrieg“) des Simon Lemnius (wohl 1539) auf die Bühne gebracht, eine bittere Polemik eines Schweizer Humanisten, der in Wittenberg studiert und sich mit Luther überworfen hatte. Die Komödie spielt sowohl mit dem Genre der Moralität als auch mit dem des Fastnachtspiels und führt den Triumph der Frau Venus über Luther und das lasterhafte Leben der Reformatorenfrauen vor. – Im Projektseminar wird eine gekürzte deutsche Übersetzung des Textes für die Aufführung aufbereitet. Die Seminarteilnehmer/innen sind alle Schauspieler, Co-Regisseure, Co-Dramaturgen, Maskenbildner und Bühnenbauer zugleich. An die Stelle des Referats tritt die Aufführung, an die Stelle des Thesenpapiers ein Beitrag zum Programmheft, der Entwurf des Posters, der Pressemitteilung o.ä. Das Seminar dient so der Vermittlung praktischer Kenntnisse der Theater- und Pressearbeit und führt zugleich in die Theatergeschichte der Frühen Neuzeit ein.

Aufführungen:
23.6.2017, 19.30 Uhr: Gießen, Botanischer Garten
24.6.2017, 16.00 Uhr: Grünberg, ehem. Antoniterkloster   
N.N.: Marburg

Qualifikation: Aktive Teilnahme an den Proben und der Regiearbeit, Aufführung und kurze schriftliche Arbeit.

 

Vorlesung: Deutsche Sprach- und Literaturgeschichte (gemeinsam mit A. Voeste)
Modul „Deutsche Sprach- und Literaturgeschichte
mL3, SLK Ger Lit/Spr BA, GuK Ger Lit/Spr BA, 2. Sem, PV
 

Di 14–16

Raum: A2

Beginn: 18.04.2017

Wussten Sie, dass die deutsche Sprache älter ist als die italienische und dass Finnland erst 800 Jahre nach den Deutschen und unter dt. Einfluss eine eigene Schriftsprache erhalten haben? In den letzten 1300 Jahren haben die deutsche Sprache und Literatur eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Viele Eigentümlichkeiten des Deutschen lassen sich nur mit Blick auf diese lange und wechselhafte Entwicklung erklären. Die Vorlesung geht dem nach und erklärt Schritt für Schritt die wichtigsten sprachlichen und literarischen Neuerungen in der älteren Geschichte des Deutschen, von den Anfängen bis zur Reformationszeit. Behandelt werden Fragen wie: Was heißt „deutsch“? Wie funktionieren Zaubersprüche? Gab es Bibelübersetzungen vor Luther? Muss höfische Liebe immer keusch sein? Warum holpert der Knittelvers?

Qualifikation: Klausur.
Zur Einführung empfohlen: Hilkert Weddige: Einführung in die germanistische Mediävistik. München 8. Aufl. 2014.

Die Vorlesung wird begleitet von einem freiwilligen Tutorium, in dem das Übersetzen aus dem Mittelhochdeutschen geübt wird. 

 

Kolloquium: Neuere Forschungen der geschichtswissenschaftlichen und germanistischen Mediävistik (gemeinsam mit Chr. Reinle)
Koll., Thesis-S., BA/MA/Prom, Modul "Ausgewählte Probleme der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik"

Di  18–20

Raum: C3

Beginn: 18.10.2016 

Das Seminar bietet Nachwuchskräften der mittelalterlichen Geschichte bzw. der germanistischen Mediävistik die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Staatsexamens-, Magisterarbeit, Dissertations-, Habilitationsvorhaben) oder andere Forschungsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren. Es ist thematisch nicht gebunden.

Anmeldung: bei den Lehrenden (Referatvergabe) oder für reine Teilnahme in StudIP/FlexNow.