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Interdisziplinäre Studien zum Tanz im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
Quellen, Formen, Bedeutungen und Überlieferung

PPP Gießen-Tarragona
(Laufzeit: Januar 2014 bis Dezember 2015)

 

Das Mittelalter und die frühe Neuzeit sind Epochen, in denen der symbolischen Kommunikation durch Körpersprache, Bewegungen, Gesten, durch Kleidung und Musik ein hoher Stellenwert zukam, insbesondere im öffentlichen Raum. Vor diesem Hintergrund ist der Entwicklung verschiedener Tanzformen im mittelalterlichen Europa eine besondere Bedeutung zuzumessen. Das  Projekt untersucht den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Tanz als eine Kunstform, die auf dem Zusammenspiel unterschiedlicher Ausdrucksformen basiert. Es betrachtet in interdisziplinärer Perspektive, wie Tänze durch die Bewegung und Choreographie und die Interaktion zwischen den Tanzenden, durch das Ausgreifen im Raum, durch bildhafte und musikalische Eindrücke symbolische Aussagen zum Ausdruck bringen. Einige dieser Tanzformen sind uns heute fremd; andere sind erhalten geblieben, werden aber in ihrer Symbolhaftigkeit oft nicht mehr erkannt.
Der Ansatz ist allerdings kein rein tanzgeschichtlicher. Das Projekt betrachtet neben den Tänzen selbst auch ihre literarischen, musikalischen und künstlerischen Dokumentationen und fragt nach der Funktion des Schreibens oder Sprechens über Tänze bzw. des Festhaltens derselben im Bild. Untersucht werden die Wertungen, welche Tänze in ihrer Zeit erfuhren, und die Konflikte, die sie verursachen konnten. Dabei werden verschiedene Kontexte, Zeiten und (konfessionell geprägte) Regionen miteinander verglichen.
Das Projekt verknüpft die Arbeiten der Forschergruppe „Iconodansa: Literatura, representació, dansa“ an der Universität Tarragona mit dem geplanten Forschungsprojekt „Inszenierungen von Heiligkeit“ an der Universität Gießen. Ziele des PPP bestehen in der gemeinsamen Erfassung von deutschen und katalanischen Quellen zur Geschichte des Tanzes und v.a. seiner Wertung in Literatur und Kunst im 12. bis 16. Jahrhundert (hierzu wird eine Datenbank vorbereitet, die voraussichtlich 2016 veröffentlicht werden soll), in der gegenseitigen Unterstützung von Lehrprojekten zum Thema sowie in der Organisation einer Wanderausstellung.

TANZ
nach meiner Pfeife!
Tanzdarstellungen in Mittelalter und Früher Neuzeit

Auf welchen Kirchenvater die Sentenz „Chorea est circulus cuius centrum est diabolus“ ('Der Tanzreigen ist ein Kreis, dessen Zentrum der Teufel bildet') zurückgeht, ist umstritten. Fraglos aber war dies eine für das Tanzverständnis des Mittelalters und der Frühen Neuzeit prägende Aussage. Allerdings kennen die Kirchenväter und die Theologie des Mittelalters keineswegs nur Kritik am Tanz, ebenso wie weltliche Autoritäten keineswegs nur ein Lob des Tanzes kennen. Tänze sind im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit allgegenwärtig und finden je nach Kontext ganz unterschiedliche Bewertungen. Unterbunden konnten und sollten sie nicht werden, vielmehr nahmen sie in der symbolischen Kommunikation der sog. Vormoderne einen wichtigen Stellenwert ein. Die Ausstellung, Ergebnis einer im Rahmen eines PPP vom DAAD geförderten Kooperation zwischen der Gießener Germanistik und der Katalonistik in Tarragona, zeigt, welche Spannweite an Bedeutungen und Wertungen von Tänzen die mittelalterliche Literatur und Kunst kennen, vom Statusunterschiede markierenden Hof- oder Bauerntanz über den mit moralischer Symbolik aufgeladenen Affentanz bis hin zum mahnenden Totentanz.

Pressespiegel

Die Ausstellung ist ab 29.3.2017 in Budapest zu sehen
 


 

Frühere Stationen der Ausstellung:

18.1.-28.2.2016 Rathaus Gießen  - Poster - Pressemitteilung - Programm

18.3.-21.3.2016 Schweizerische Theatersammlung, Bern (Museumsnacht)  - Flyer - Programm

2.-19.5.2016 Unihauptgebäude Gießen (TanzArt Ostwest 2016)

4.-6.7.2016 Parkinson Building, Universität Leeds (International Medieval Congress 2016)

8.-12.7.2016 New Elvet, Durham (SITM/REED Colloquium)

17.11.-04.12.2016 Österreich-Bibliothek Bernhard Stillfried, Klausenburg.

 5.12.2016-09.1.2017 Institut für Didaktik, Universität  Klausenburg