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Jörn Steigerwald

Stipendiaten

         

Die fantastische Bildlichkeit der Stadt.
Zur Begründung der literarischen
Fantastik durch E.T.A. Hoffmann

(Germanistik)



 

 

 

 

Jörn Steigerwald

 

:: Projektskizze

 

Ergebnis der Arbeit soll der Nachweis für die Begründung der literarischen Fantastik im Werk E.T.A. Hoffmanns sein. Anhand der materialen Basis ausgewählter Texte Hoffmanns soll dabei einerseits eine präzise historische Verortung des Beginns der Fantastik und andererseits, durch einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, eine genauere Fassung der zugrundeliegenden ‚kulturellen Akzeptabilität‘ der für die Fantastik basalen ‚hésitation‘ (Todorov) gewährleistet werden. Drei Momente sind für die eigene Arbeit als leitend anzusehen. Als erstes soll die Fantastik nicht, wie dies bisher vorherrschend war, als Kompensation oder Eskapismus verstanden werden, sondern - wie dies die neueste Forschung gezeigt hat (besonders Christian Wehr) - als Ausdruck der epistemologischen Ambivalenzen auf der Episteme des Menschen (Foucault). Dies läßt sich nicht nur auf der Ebene der zugrundeliegenden Subjektkonstitution nachvollziehen, sondern auch auf der ästhetischen Ebene als Transgression des ‚Wunderbaren‘ durch das Fantastische. Wichtig dafür ist zweitens der zentrale Wahrnehmungsakt, der als Bildlichkeit gefaßt, weniger auf den Inhalt des Dargestellten, als den Modus der Darstellung abhebt. Demnach werden die zitierten und alludierten optischen Medien als epistemologische Metaphern und technische Geräte verstanden, die es ermöglichen auch den Wahrnehmungsakt in der Episteme einzubetten (siehe Jonathan Crary). Letztlich soll gezeigt werden, daß für Hoffmann die Stadt einen ästhetischen Raum (vor-)bildete, der als der Ort der Aufklärung den geeigneten Bereich abgab, um die für die Fantastik wichtige ‚reale Einbindung‘ zu sichern.

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:: Veröffentlichungen

Zu brüderlichem Andenken Wielands: Darstellung und Selbstdarstellung eines Dichters. In: Michael Klees / Gerhard Nasdala (Hg.): Mir ekelt vor diesem Tintenkleksenden Sekulum.... Beiträge des Studentenkolloquiums im Rahmen der Weimarer Schiller-Tage 1995. Fernwald 1996, S. 91-110.

Das Leiden an den und für die Österreicher. Thomas Bernhards Heldenplatz. In: Joanna Jablkowska / Malgorzata Pótrola (Hg.): Nationale Identität. Aspekte, Probleme und Kontroversen in der deutschsprachigen Literatur. Lodz 1998, S. 380-395.

Lichtenbergs Erklärungen zu Hogarths Kupferstichen: Kulturtransfer zwischen Anthropologie und Ästhetik. In: Maria K. Lasatowicz / Joachim Joachimsthaler: Interkulturalität in Literatur und Sprache: Assimilation – Abgrenzung – Austausch. Opole 1999. (Im Druck)

Anschauung und Darstellung von Bildern. E.T.A. Hoffmanns Die Jesuiterkirche in G. In: Günter Oesterle (Hg.): Schrift und Bild in der Romantik. Würzburg 1999.

Origo und Originalität der Novellistik de Sades. In: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte. (In Vorbereitung)

Lemma McLuhan, Herbert Marshall. In: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Hg. v. Ansgar Nünning. Stuttgart / Weimar 1998

Lemma Kulturtransfer. In: ebenda. Stuttgart / Weimar 1992

Regelmäßig Rezensionen in Athenäum. Jahrbuch für Romantik und im WLA (Wissenschaftlicher Literatur Anzeiger)

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:: Kontakt

  Jörn Steigerwald
Helgenstockstr. 15
35394 Gießen
Joern.O.Steigerwald@germanistik.uni-giessen.de

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Tel.
o641 - 9482 127