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Carolin Roder

Stipendiaten

         

Sinn und Sinnlichkeit: Literarische Repräsentation von Wahrnehmung in der englischen Literatur in Romantik, Moderne und Postmoderne
(Anglistik)



 

Geboren 1980 in Lindenberg, Studium der englischen und französischen Literatur-wissenschaft sowie der Komparatistik an der LMU in München 1999-2002. MA in Critical and Cultural Theory an der University of Wales in Cardiff 2002-2003 mit einer Arbeit über Vergewaltigung im frühneuzeitlichen England. Ab Oktober 2003 Promotions-Stipendium beim GK Klassizismus und Romantik an der JLU Gießen.

 

 

Carolin Roder

 

:: Projektskizze

 

Die Arbeit versucht, in doppelter Hinsicht eine 'Sinn'-Frage zu stellen und dieser in verschiedener Weise auf den Grund zu gehen: Es soll untersucht werden, in welcher Weise menschliche Wahrnehmung in Texten der englischen Literatur während der Romantik, der (klassischen) Moderne und schließlich auch der Postmoderne dargestellt und vermittelt wird.
Der Sinn des Sehens bzw. der Blick als solcher wird hier immer wieder in Frage gestellt, vor allem im Hinblick auf die dem Blick zugeschriebene universelle Erkenntniskraft. Dabei soll zum einen versucht werden, im kultur- und literaturgeschichtlichen Bereich von der Romantik bis zur Postmoderne Wahrnehmungskonzepte aufzuzeigen, die über das bloße Paradigma "Sehen=Erkennen=Wissen" hinausgehen und mit der Darstellung anderer sinnlicher Erfahrungen dem Begriff der Wahrnehmung neue Bedeutung zuschreiben. Ich möchte in diesem Bereich vor allem Brüche in Wahrnehmungs- und Wissenssystemen herausarbeiten und darstellen, in welcher Wechselwirkung Krisen der Repräsentation, der sinnlichen und geistigen Wahrnehmung und der Bildung von kulturellem Wissen zueinander stehen.
In einem vorwiegend theoretisch orientierten Teil gehe ich zunächst der Frage nach der literarischen bzw. sprachlichen Repräsentation sinnlicher Wahrnehmung nach. Dabei wird vor allem untersucht, in welcher Weise die Schrift als ein vor allem durch die Absenz des materiellen Referenten funktionierendes Zeichensystem Wahrnehmung in ihren unterschiedlichsten Formen als körperlich-sinnliches Phänomen vermittelt. Im Rahmen dieser Frage soll auch geprüft werden, ob sich historische Kontinuitäten feststellen lassen, und in welchem Ausmaß von einer (epochenspezifisch auszudifferenzierenden) "Ästhetik der Wahrnehmung" in Romantik, Moderne und Postmoderne die Rede sein kann.
Der folgende literatur- und diskursgeschichtlich ausgerichtete Teil widmet sich sodann einer Untersuchung der Verhandlung konkurrierender Diskurse von Wahrnehmung in literarischen Texten und deren Konzeptualisierung entlang oder entgegen bestehender Normen von Geschlechterdifferenz, dichterischem Schaffen und einer sich wandelnden Bedeutung des menschlichen Bewusstseins. Dabei sollen die drei Teilbereiche Romantik, Moderne und Postmoderne immer wieder aufeinander bezogen werden und im Hinblick auf epistemologischen Wandel und Modernität/ Postmodernität (Lyotard) der jeweiligen Paradigmen von Sinn und Sinnlichkeit untersucht werden. Eine zentrale Rolle spielen daher vor allem auch Formen des Erzählens, die versuchen, in ihrer sprachlichen und erzählerischen Konzeption neue Wege zu gehen und damit die Kluft von Sprache und körperlich-sinnlicher Wahrnehmung zu thematisieren oder auch zu überbrücken.

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:: Veröffentlichungen

I. Konferenzbeitrag

"Ghosts in Postmodern Fiction" bei der Konferenz 'Postmodern De/Constructions" in Erlangen, Nov. 2002.


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:: Kontakt

  Carolin Roder
C_Roder@web.de

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