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Antje Ebert

Stipendiaten

         

An Idea of England:
Konstruktionen von Englishness zwischen
Objekt- und Subjektbezug in englischen Reiseberichten
der zweiten Hälfte des 18. und frühen 19. Jahrhunderts

(Anglistik)



 

 

 

 

Antje Ebert

 

:: Projektskizze

 

Das Projekt untersucht die sozialen Konstruktionen von Englishness als einer bestimmten Ausprägung von nationaler und kultureller Identität anhand der systematischen synchronen wie diachronen Analyse der in englischen Reiseberichten der zweiten Hälfte des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts gezeichneten Auto- und Heteroimages. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Zusammenhang zwischen der Veränderung in den Mechanismen und Orientierungsgrößen bei der Konstruktion nationaler Identität einerseits und der allmählichen Entstehung eines modernen Subjektkonzeptes andererseits.

Der erste Teil der Dissertation widmet sich der Erarbeitung eines eigenen theoretischen Untersuchungsrasters. Unter Rückgriff auf gattungs- und erzähltheoretische Arbeiten werden dabei zunächst eine gattungstypologische Einordnung und die Bestimmung der für die Untersuchung wesentlichen narratologischen Kategorien vorgenommen. Weiterhin werden Erkenntnisse der komparatistischen Imagologie über nationenbezogene Fremd- und Selbstbilder in der Literatur, deren Entstehung, Wirkung und historische Bedingtheit sowie ihre zentralen Methoden und Begriffe (wie z.B. Auto- und Heteroimage, Stereotyp, Klischee oder Vorurteil) einbezogen. Dem mentalitätsgeschichtlich orientierten Zweig der komparatistischen Imagologie folgend, ist es das Ziel des Projekts, mittels der Untersuchung von Texten als sprachlicher Wirklichkeitskonstituierung Aufschluß über kollektive Wahrnehmungsmuster und Vorstellungen historischer Gemeinschaften zu erhalten. Einen letzten wichtigen Bestandteil des theoretischen Bezugsrahmens bilden die theoretischen Überlegungen, Begriffe und Methoden einer mentalitätsgeschichtlich orientierten Kulturwissenschaft.

Der zweite Teil der Dissertation besteht in der synchron wie diachron vergleichenden Analyse eines Textkorpus von zehn bis fünfzehn englischen Reiseberichten des Zeitraumes zwischen der Mitte des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts vor dem Horizont des im ersten Teil der Arbeit konzeptualisierten theoretischen Rasters. Die zentrale Fragestellung der Analyse ist dabei, auf welche spezifische Art und Weise sich die Konstruktion nationaler Identität mit unterschiedlichen Subjektkonzepten verbindet und ob dabei eine Tendenz zur Dominanz spezifischer Arten der Verbindung in bestimmten Erscheinungsformen und formalen Ausprägungen des Reiseberichts festzustellen ist.

Die Hypothesen sind, daß der Umgewichtungsprozeß von einem starken Objekt- zu einem dominanten Subjektbezug auch für die Art und Weise der nationalen Identitätskonstruktion festzustellen ist, weiterhin daß dieser doppelte Paradigmenwechsel eine Auswirkung auf die dominante Erscheinungsform des Reiseberichts und eine formale Entsprechung in der Bevorzugung autobiographischer Formen (Tagebuch, Brief und Journal) hat und schließlich, daß eine Verschiebung in dem Set der für die Konstruktion nationaler wie individueller Identität als wesentlich erachteten Elemente stattfindet: Von den Hauptbestandteilen Religion, Wirtschaft, Geschichte und Artefakte hin zu den Identifikationsgrößen Kunst, Landschaft, Psyche des Einzelnen und Alltagskultur.
Ziel des Projektes ist es, die unterschiedlichen Modi der Konstruktion von Englishness in ihrem Wechselspiel mit verschiedenen Subjektkonzepten herauszuarbeiten, um am Beispiel des englischen Reiseberichts zwischen 1750 und 1830 den Erkenntnisstand über die Entstehungsprozesse der modernen Nation und Subjektivität zu erweitern..

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