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Ronny Bläß

Stipendiaten

         

Theorie und Geschichte unzuverlässiger Erzählweise auf Basis historischer und kognitiver Narratologie (Erzählforschung)
(Anglistik)



 

Wissenschaftlicher Werdegang:
1996-2002
Studium der Anglistik und der Geschichte an der Technischen Universität Carolo Wilhelmina in Braunschweig
2003
Beginn der Arbeit an der Dissertation

Aktivitäten:
Tutorien und Lehraufträge an der TU Carolo Wilhelmina Braunschweig (Einführung in die Literaturwissenschaft)

Ab Oktober 2003 Teilnehmer des Internationalen Promotionsprogramms Gießen

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Ronny Bläss

 

:: Projektskizze

 

Gegenstand meines Dissertationsprojektes sind sowohl der theoretische Rahmen als auch die historische Entwicklung der literarischen Form erzählerische Unzuverlässigkeit, welche seit etwa 1800 in der englischsprachigen Literatur einen zunehmend wichtigen Platz einnimmt. Ein allgemein akzeptiertes Theoriegerüst zur literarischen Unzuver-lässigkeit zählt noch immer zu den Desiderata der literaturwissenschaftlichen Forschung. Die momentan existierenden Entwürfe vernachlässigen dazu bis auf wenige Ausnahmen (vgl. etwa die Ansätze von Nünning / Zerweck) die Historizität dieser literarischen Form und beschäftigen sich mit unzuverlässiger Erzählweise als quasi überzeitliche Literaturform.
Ziel der Arbeit ist die Weiterentwicklung des von Nünning und anderen postulierten theoretischen rezeptions-orientierten Modells (vgl. Nünning / Suhrkamp / Zerweck 1998) insbesondere unter Einbeziehung linguistischer, kognitionspsychologischer und vor allem schema-theoretischer Ansätze. Dieses Theoriefundament soll konsequent so entwickelt werden, dass es ein Instrumentarium für eine kulturhistorische Untersuchung von unzuverlässig erzählten Texten bietet. Eine der wesentlichen Thesen meiner Arbeit ist dabei, dass sich die Ergebnisse der schematheoretischen Forschungen gut dazu eignen, auf diachrone Untersuchungen angewendet zu werden. (Bisher konzentriert sich die Schematheorie vorwiegend auf synchrone Ansätze, was in den Zielstellungen der KI-Forschung begründet liegt, auf deren Arbeiten die Schematheorie fußt.)
Mit den im theoretischen Teil erlangten Erkenntnissen wird nun der Versuch unternommen, die Geschichte der literarischen Unzuverlässigkeit zu untersuchen. Die Unter-suchung wird anhand von vier synchronen Querschnitten in der englischsprachigen Literatur vorgenommen. Dabei wird unterschieden zwischen Produktions- und Rezeptions-kontexten unzuverlässig erzählter Texten. In beiden Fällen steht die Untersuchung von Schemata im Vordergrund, die für die Produktion und Rezeption von unzuverlässig erzählten Texten besondere Bedeutung haben. Alle voran sind dies die Konzepte von Unzuverlässigkeit und Subjektivität; ebenso aber spielen Erklärungsschemata für Unzuverlässigkeit, also Konzepte wie etwa Wahnsinn, eine wichtige Rolle. Ziel der Arbeit ist letztlich eine Beschreibung der Entwicklung von sowohl Produktion als auch Rezeption literarischer Unzuverlässigkeit sowie eine Erklärung der jeweiligen kulturhistorischen Voraussetzungen.

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:: Veröffentlichungen

Aufsätze

"Funktionen von unzuverlässiger Erzählweise." (im Druck)


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:: Kontakt

  Ronny Bläß
ronblaess@compuserve.de

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Tel.(dienstl.)
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Sprechstunde:
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