Lautlehre

In der historisierenden Aussprache des Lateinischen gibt es zahlreiche Laute, deren Aussprache von der Aussprache des Deutschen und der humanistischen Aussprache des Lateinischen abweicht. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung dieser lautlichen Abweichungen, jeweils mit einer Beschreibung der entsprechenden Laute und exemplarischen Audioaufnahmen zu ihrer korrekten Aussprache.

 

Für weitere Informationen zur Lautlehre sei hier auf das Standardwerk Vox Latina von W.S. Allen verwiesen (s. dazu die Bibliographie).

 

Vorab: Doppelkonsonanten

Doppelkonsonanten werden im Lateinischen immer doppelt ausgesprochen. Man könnte also sagen, dass man genau das liest, was das Schriftbild nahelegt.

Im Deutschen hingegen signalisiert ein Doppelkonsonant i.d.R. eine Kürzung des voranstehenden Vokals: Vergleichen Sie die Länge des Vokals in den Wörtern „Mut“ vs. „Mutter“. Im ersten Fall wird der Vokal lang, im zweiten kurz realisiert. Der Konsonant selbst wird allerdings – sei es in einfacher oder doppelter schriftlicher Ausführung – nur einmal verlautet. Im Lateinischen müssen Doppelkonsonanten tatsächlich lautlich doppelt umgesetzt werden, sodass durch sie gebildete Positionslängen – wie etwa bei esse – deutlich zu hören sind.