Catull carm. 3

Das vorliegende Gedicht kann als ein Klagegedicht Catulls auf Lesbias Lieblingsvögelchen gesehen werden. Das Vögelchen, welches seiner Herrin teuer geworden war, ist verstorben. Die Geliebte Catulls steht hier im Vordergrund. Das reizende Spiel mit dem Vögelchen soll ahnen lassen, welche Reize Lesbia einem Liebhaber offenbaren würde. So erscheinen in der Darstellung des Dichters der Tod und das Totenreich als dunkles Kontrastbild zu der lichten Liebeswelt.

 

Lūgḗte, ō Vénerēs Cupī́dinēsque,

et quántum est hóminum venustiṓrum:

pásser mórtuus est méae puéllae,

pásser, dēlíciae méae puéllae,

quem plūs illa óculis súīs amā́bat.

nam mellī́tus erat súamque nṓrat

ípsam tam béne quam puélla mā́trem,

nec sḗse ā grémio illī́us movḗbat,

sed circumsíliēns módo hūc módo íllūc

ad sṓlam dóminam ūsque pīpiā́bat.

qui nunc it per íter tenebricṓsum

íllud, únde négant redī́re quémquam.

at vṓbīs mále sit, málae tenébrae

Órci, quae ómnia bélla dēvorā́tis:

tam béllum míhi pásserem abstulístis

ō fáctum mále! ō misélle pásser!

túa nunc ópera méae puéllae

flḗndō turgíduli rúbent océllī.